05. Mai 2026
von Volker Timmerbeil
Vor einigen Jahren saß ich mit jungen Kollegen in der Kantine. Einer von ihnen liebte es, Diskussionen anzustoßen – besonders mit mir, weil er wusste, dass ich Christ bin. Kurz vor Pfingsten fragte er: „Volker, ist Pfingsten nicht der wichtigste christliche Feiertag?“ Sofort waren wir mitten in einer lebhaften Debatte. Ich hielt dagegen: Weihnachten und Ostern sind genauso zentral. Er argumentierte klug für Pfingsten – als Beginn der Kirche, als Startpunkt einer weltweiten Bewegung. Und ja, das hat Gewicht.
Doch etwas fiel mir auf: Für ihn war Pfingsten vor allem ein historisches Ereignis. Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes konnte er wenig anfangen. Das war ihm zu abstrakt, zu unfassbar.
Und wir? Wie verstehen wir diesen Teil von Pfingsten - und ist uns noch klar, was es für uns heute heißt?
Jesus sagt in Apostelgeschichte 1,8:
„Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein.“
Pfingsten bedeutet: Gott gibt nicht nur einen Auftrag – er gibt auch die Kraft dazu.
Diese Kraft verändert. Sie hilft uns, Gottes Wort zu verstehen und unser Denken zu erneuern. Sie befähigt uns, als Christen zu leben – nicht aus eigener Anstrengung, sondern aus Gottes Wirken heraus. Gerade dort, wo wir an Grenzen kommen, wird diese Kraft sichtbar:
Pfingsten ist deshalb mehr als Erinnerung. Es ist ein Geschenk für heute. Denn wir brauchen diese Kraft – weil wir oft schwach sind, weil Veränderung uns schwerfällt und weil wir aus eigener Kraft nicht bestehen können.
Gott selbst kommt in uns durch seinen Geist. Er rüstet uns aus, verändert uns und befähigt uns, Zeugen seiner Liebe zu sein – mitten in dieser Welt.
Ich frage mich: Habe ich mich vielleicht an ein kraftloses Christsein gewöhnt? Ersetze ich fehlende Erfahrung durch Erklärungen? Rechne ich wirklich damit, dass Gottes Geist heute wirkt – auch in meinem Leben?
Vielleicht liegt genau hier der Ausgangspunkt für das, wonach wir uns sehnen: Erweckung. Nicht als großes, entferntes Ereignis – sondern ganz persönlich. Dort, wo ich neu bereit werde, Gott Raum zu geben.
Denn Erneuerung beginnt nicht zuerst im Außen, sondern im Inneren, mit einer ehrlichen Offenheit: „Herr, wirke Du in mir.“
Die Verheißung steht. Gott gibt seinen Geist. Seine Kraft ist da – nicht als Theorie, sondern als Realität für unser Leben.
Und vielleicht ist Pfingsten genau die Einladung, einen konkreten Schritt zu gehen: Ihm neu zu vertrauen, ihm Raum zu geben – und dann auch mutig zu handeln, dort, wo er uns sendet.
Volker Timmerbeil
Referent Treuhand & Immobilien
und Gemeindeberatung im ChristusForum Deutschland
Titelfoto: Pexels, Andrew Cutajar
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