08. Jun 2026
von Annegret Fischer
Warst Du schon einmal verliebt? Kennst Du auch das Gefühl, glücklich zu sein, wenn eine bestimmte Person in Deiner Nähe ist? Die Sehnsucht, möglichst viel Zeit mit jemanden verbringen zu wollen? Das Verlangen, einander immer tiefer und besser kennenzulernen - mit einem anderen zutiefst vertraut und verbunden zu sein? Jemanden zu haben, der Dich durch und durch kennt und trotzdem liebt?
Viele von uns haben wahrscheinlich schon einmal die Erfahrung gemacht, wie sie sich anfühlt, die erste Liebe… Und wir finden diesen Vergleich auch in Bezug auf Gott und uns in der Bibel wieder (Jer. 2,2; Offb.2,4).
In letzter Zeit habe ich mich gefragt, wie meine Beziehung zum Herrn eigentlich aussieht.
Und dabei ist mir in verschiedenen Bezügen immer wieder das Bild von Braut und Bräutigam begegnet und hat mich ins Nachdenken gebracht, warum Gott überhaupt diesen doch so intimen Vergleich für die Beziehung zu ihm gebraucht?
Ja, Herr und Diener, das ist vernünftig und nachvollziehbar - Gott steht so weit über uns und wir als seine Geschöpfe dienen ihm. Auch, dass Jesus sich als unser Freund oder Bruder vorstellt, ist noch plausibel – schließlich ist er einer von uns geworden, um uns zu erlösen.
Aber Braut und Bräutigam? Das ist noch eine ganz andere Ebene.
Schon im Alten Testament finden wir sehr deutlich formuliert, was Gott sich von der Beziehung mit uns Menschen wünscht:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.“
5. Mose 6,5
Absolute tiefe und innige Liebe mit jeder Faser meines Seins! Eine Liebesbeziehung zum Herrn des Universums, zum Schöpfer von Himmel und Erde. Das sprengt irgendwie komplett meinen Verstand, aber lässt mein Herz höherschlagen!
Jes.62,5b: „Und wie der Bräutigam sich an der Braut freut, so wird dein Gott sich an dir freuen.“ Der allmächtige Gott möchte mit seinem Volk eine tiefe und innige Liebesbeziehung haben, die auf Gegenseitigkeit beruht wie bei Braut und Bräutigam.
Nicht intellektuelles oder lehrmäßiges Verständnis bewirkt diese innige Liebe, sondern Hingabe meines ganzen Herzens und meines ganzen Seins an den lebendigen Gott, der mich zuerst geliebt hat. Meine Beziehung zu Gott soll keiner „Vernunftehe“ oder „Zweckgemeinschaft“ gleichen, in der ich Ihm zwar rational dafür dankbar bin, dass Er mir das Leben gerettet hat, aber mein Herz davon relativ unberührt bleibt.
Beim Nachdenken über die Liebe Gottes kam mir ins Gedächtnis, was ein koreanisches Gebetsteam vor ein paar Jahren zu uns gesagt hat und das auch in Bezug auf ERWECKUNG in ihrer Gemeinde in Korea. Nicht Programme und Veranstaltungen haben zu einem echten Aufbruch geführt, sondern erst als sie den Fokus bewusst auf die Vaterliebe Gottes und die Liebe zu ihm gelegt haben, hat das den entscheidenden Unterschied gemacht!
Vielleicht ist es gerade jetzt an der Zeit, uns persönlich wieder verstärkt mit der unfassbaren Liebe Gottes zu uns und unserer Liebe zu Ihm zu beschäftigen – nicht theoretisch – sondern indem wir Ihn bewusst suchen, Zeit mit Ihm verbringen und uns Ihm ganz neu hingeben.
Es wird ganz sicher einen spürbaren Unterschied in unserem persönlichen Leben machen und auch in unserem Gemeindeleben, wenn unser Herz neu von Gottes Liebe berührt wird und für Ihn als unseren Bräutigam höherschlägt.

Annegret Fischer
Stellvertretende Vorstandsvorsitzende im ChristusForum Deutschland
Titelfoto: Pexels, Melike B